Bild 1–3: Azra Akšamija, Eulensicht, 2025 © Künstlerin / im Hintergrund: Arno Breker, Pallas Athene, 1957 © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Stefanie vom Stein, Stadt Wuppertal
Bild 4: Ausstellungskatalog 1937
Azra Akšamija
Die Künstlerin und Architekturhistorikerin Prof. Dr. Azra Akšamija wurde 1976 in Sarajevo in Bosnien und Herzegowina geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Boston (USA) und Graz (Österreich).
Akšamija studierte Architektur an der Technischen Universität Graz und der Princeton University. 2011 promovierte sie zu Geschichte, Theorie und Kritik der Architektur am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Seit 2024 ist sie Professorin am Fachbereich Architektur des MIT, wo sie das Programm für Kunst, Kultur und Technologie sowie das Future Heritage Lab leitet. Ihre künstlerischen Projekte wurden in Ausstellungen weltweit gezeigt und sie erhielt Auszeichnungen wie 2013 den Aga Khan Preis für Architektur und 2018 den Kunstpreis der Stadt Graz.
Akšamija verbindet in ihrer künstlerische und wissenschaftliche Arbeit Kunst, Design und Denkmalpflege mit sozialen und kulturellen Fragestellungen. So untersucht sie, wie die Zerstörung kultureller Infrastrukturen im Rahmen von Konflikten das soziale Leben beeinflussen, aber auch welchen Beitrag Kunst und Architektur für eine Verständigung in Gemeinschaften leisten können.
Arno Breker
Der Bildhauer Arno Breker wurde 1900 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Im Anschluss an sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf lebte Breker ab 1925 für mehrere Jahre in Paris und knüpfte viele Kontakte zur Pariser Kunstszene. 1934 kehrte er nach Deutschland zurück und stieg ab 1936 schnell zum prominentesten Bildhauer des NS-Regimes auf.
1937 trat Breker der NSDAP bei. Er erhielt zahlreiche Staatsaufträge für die Ausgestaltung der Reichshauptstadt Berlin, des Reichsparteitagsgeländes Nürnberg und anderer Großprojekte. Trotz seiner prominenten Stellung und seines Einsatzes für das NS-Regime wurde Breker im Entnazifizierungsverfahren 1948 lediglich als „Mitläufer“ eingestuft.
Nach 1945 erhielt Arno Breker nur noch vereinzelt öffentliche Aufträge, u.a. den für die „Pallas Athene“ in Wuppertal. 1950 ließ er sich in Düsseldorf nieder, wo er 1991 starb. Durch viele private Aufträge für Porträtbüsten von prominenten Personen aus Wirtschaft, Kultur und Politik war er bis an sein Lebensende weiterhin erfolgreich künstlerisch tätig.
Publikation
Zum Projekt erschien die Publikation „Eulensicht. Eine künstlerische Kommentierung zu Arno Brekers „Pallas Athene“ von Azra Akšamija, hrsg. von der Stadt Wuppertal, Bönen 2025.