Giuseppe Penone

Giuseppe Penone, ©Archivio Penone
Blinde Bilder
21. März – 12. September 2027

Zu seinem 80. Geburtstag bringt das Von der Heydt-Museum einen der erfolgreichsten und bedeutendsten Künstler der Arte Povera-Bewegung nach vielen Jahren wieder in einer Einzelausstellung nach Deutschland: Giuseppe Penone. Seit den späten 1960er Jahren hat Penone ein komplexes und vielschichtiges Œuvre aus Skulpturen, Installationen, Arbeiten auf Papier und Fotografien entwickelt, dessen zentrale Themen die Natur und der Körper des Menschen sowie die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur sind. Im Von der Heydt-Museum rückt Penone unter dem Titel „Blinde Bilder“ die Spannung zwischen Sehen und Berühren in den Vordergrund, die seine Kunst wesentlich bestimmt. Die Ausstellung umfasst Hauptwerke aus mehreren Jahrzehnten, darunter auch neueste Arbeiten und eigens vor Ort realisierte Installationen.

Penone wurde 1947 in der italienischen Gemeinde Garessio (Piemont) geboren, seine Familie war in der Landwirtschaft tätig, sein Großvater Bildhauer. Schon als Kind begann er zu zeichnen und war von Pflanzen und ihrem Wachstum fasziniert, ein Motiv, das er später in die Bildhauerei übertrug. Nach dem Schulabschluss nahm Penone 1966 das Studium an der staatlichen Kunsthochschule Accademia Albertina in Turin auf, welches er jedoch enttäuscht nach einem Jahr abbrach. Er kehrte zurück in seine Heimat. Dort führte er in den Wintermonaten 1967/68 eine Reihe von Aktionen in den umliegenden Wäldern durch, die er fotografisch dokumentierte und die heute als seine erste Werkgruppe gelten: „Alpi Marittime“ (Seealpen). Hier entstand auch die heute legendäre Arbeit „Continuerà a crescere tranne che in quel punto“ (Es wird weiterwachsen, außer an dieser Stelle). Sie besteht aus einer nach Penones Vorbild geformten Hand aus Metall, die den Stamm einer Esche umklammert.

Der Baum ist eines der wichtigsten Motive im Werk von Penone, den er als Sinnbild für die Analogie von Mensch und Natur betrachtet. Wie der Mensch unterliegt auch der Baum einem fortschreitenden Lebenszyklus, und wie der Mensch ist jeder Baum einzigartig, seine Geschichte eingeschrieben in seiner Erscheinung.

Penones Werk wurde vielfach international ausgestellt und ausgezeichnet, 2014 wurde er mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet, 2023 erhielt er den Antonio-Feltrinelli-Preis.

Die Wuppertaler Ausstellung spannt den Bogen von frühen Arbeiten ab 1970 bis hin zu aktuellen, erst kürzlich entwickelten Werken, darunter zwei bekannte Baumskulpturen, fotografische und installative sowie grafische und malerische Arbeiten. Eine Besonderheit stellt eine in situ ausgeführte großflächige Wandarbeit dar.

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