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Geschichte

1827-1842

wurde das Elberfelder Rathauses durch den Schinkel-Schüler Johann Peter Cremer aus Aachen anstelle einer verfallenen römisch-katholischen Kirche errichtet. Ursprünglich be-fand sich hier eine mittelalterliche Burg, wovon noch heute die umliegenden Straßennamen wie Burgstraße, Wall und Turmhof zeugen. Sie wurde beim großen Brand 1537 zerstört und 1640 abgerissen.

1866

Gründung des Barmer Kunstvereins mit Sitz in den Räumen der Gesellschaft „Concordia“ in Barmen.

1892

konstituierte sich ein Museumsverein in Elberfeld, der in öffentlichen Aufrufen in der Lokalzeitung um finanzielle Beiträge und Kunststiftungen bat.

1895

Auf Vorschlag des Elberfelder Bankiers August Freiherr von der Heydt (1851-1929) mietete der Elberfelder Museumsverein die erste Etage an der Schwanenstraße 33 zu Ausstellungszwecken an.

1900

Einweihung der „Ruhmeshalle“ zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich III. am heutigen Geschwister-Scholl-Platz. Erbaut nach Plänen von Erdmann Hartig, Leiter der Bar-mer Kunstgewerbeschule. Der neue Bau präsentierte sich der Stadt Barmen mit einer von einem Säulen-Portikus bestimmten Eingangsfront, hinter der sich eine Halle mit weiteren Säulen und einer prachtvollen Kuppel öffnete. Der Innenraum verfügte über mehrere Räumlichkeiten, in denen sich u. a. eine eigene Stadtbibliothek und im Obergeschoss nun die Kunsthalle des Kunstvereins befanden.

1902

nach Errichtung eines neuen Rathauses am Elberfelder Markt wurde das ehemalige Rat-haus am Turmhof als Museum eingerichtet. Im ersten Obergeschoss wurden in fünf Seitenlichträumen eine antike Gips-Abguss-Sammlung, gestiftet von Julius Schmits, (Anfang der 1930er Jahre den Schulen übergeben; heute verschollen) und Kunstgewerbe präsentiert. Erster Leiter des Hauses wurde Dr. Friedrich Fries, vormals Dozent des Städtischen Kunstinstituts in Frankfurt.

1905-1914

August von der Heydt und sein Schwager Julius Schmits stiften zehn Gemälde von Hans von Marées. 1907 wurde durch eine bedeutende Zuwendung von Eduard Springmann das Kupferstichkabinett erweitert um Plastiken, eine Münzsammlung, Kunsthandwerk, Heimatabteilung, eine Bibliothek und eine Fotosammlung. Die Hans-Heinrich-Freimuth-Stiftung brachte dem Museum Kapitalzinsen und eine Kupferstichsammlung von Blättern von Jacques Callot und William Hogarth ein.

1907

wird der Barmer Kunsthistoriker Richart Reiche (1876-1943) künstlerischer Leiter der Kunst-halle Barmen. 1910 wurde mit der Ausstellung der „Neuen Künstlervereinigung München (NKVM)“ erstmalig die moderne Kunst dem Barmer Publikum vorgestellt. Die Kunsthalle war bis zum Ersten Weltkrieg ein Zentrum der expressionistischen Kunst. Ausstellungen mit Werken von u.a. Wassili Kandinsky, Franz Marc, Alexej Jawlensky.

1910

Aus Anlass der 300-Jahr-Feier der Stadt Elberfeld stiftete Emmy Weyerbusch ihre keramische Sammlung dem Museum, 40 Stücke schönsten Kopenhagener Porzellans wurden von Adolf Simons geschenkt und das Museum um 23 Gemälde erweitert.

1930

Museumsleiter Friedrich Fries erwarb mit Unterstützung zahlreicher Stifter und Förderer Werke niederländischer Malerei des 15. und 17. Jahrhunderts, Beispiele der französischen Malerei und Landschaften von Henri Rousseau, Charles-François Daubigny, Gustave Courbet, Paul Cézanne und Claude Monet wurden angekauft. Die Entwicklung der deutschen Malerei im 19. Jahrhundert aufzuzeigen lag Friedrich Fries am Herzen. 1910 war auch die Ausstellung der „Neuen Künstlervereinigung München“ nach einer ersten Station in der Barmer Kunsthalle im Elberfelder Museum zu sehen. Der Elberfelder Museumsverein erwarb in Paris durch Vermittlung von August von der Heydt 1911 Pablo Picassos Gemälde „Akrobat und junger Harlekin“ (1905), das dem Städtischen Museum Elberfeld geschenkt wurde (1937 von den Nazis als „entartete Kunst“ beschlagnahmt). Es ist das erste Werk Picassos in einem Museum.

1912

gelang es, die oberen Räume eines von der Stadt neu geplanten Geschäftshauses direkt neben dem Museum für Ausstellungen zu reservieren. Mit der Präsentation der Werke von Hans von Marées wurden diese Räume am 23. Januar 1913 feierlich eröffnet. In weiteren Räumen waren französische Impressionisten, Expressionisten sowie zahlreiche Werke von Ferdinand Hodler zu sehen. Außerdem gab es einen Biedermeier-Saal, der auch mit Möbeln der Zeit und entsprechendem Porzellan ausgestattet war.

1914-1918

trug das Museum die Bezeichnung „Kaiser-Wilhelm-Museum“. In einem Kabinett wurden ständig damals moderne Leihgaben der Familie Von der Heydt gezeigt.

1923

erhielt das Museum eine bescheidene Erweiterung durch Anmietung des obersten Stockwerks des Eckhauses Burgstraße/Schwanenstraße.

1929

(31. August) schlossen sich Elberfeld und Barmen zu der Stadt Wuppertal zusammen. Der erste Museumsdirektor Dr. Friedrich Fries trat nach 27-jähriger Amtszeit 1929 in den Ruhestand. Als neuer Museumsleiter wurde 1929 Dr. Victor Dirksen berufen (im Amt bis 1952). Der künstlerische Leiter des seit 1866 bestehenden Barmer Kunstvereins, Dr. Richart Reiche, legte 1931 sein Amt nieder. Dr. Dirksen war nun der Leiter beider Bereiche, des Städtischen Museums Elberfeld und der Ruhmeshalle in Barmen. Das Museum wurde in Städtisches Museum Wuppertal umbenannt. Nach dem Tod von August von der Heydt 1929 stiftete seine Witwe, Selma von der Heydt, zum Gedenken an ihn Gemälde von Paul Gauguin, Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde, Heinrich Nauen, Karl Schmidt-Rottluff und Max Pechstein ans Museum.

Die Stadt Wuppertal hatte nun zwei Museen unter einer Leitung: die Kunsthalle Barmen mit ihrer progressiven Ausstellungspolitik und das Städtische Museum in Elberfeld mit sei-ner Sammlung alter und neuer Kunst. Eine neue Ära brach an. Die Sammlung antiker Gipsabdrücke wurde den Schulen übergeben.

1937-1938

Im Zuge der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ wurden dem Kunstverein viele Werke moderner Kunst entzogen.

1937-1938

Bei Aktionen gegen die sogenannte „Entartete Kunst“ 1937 und 1938 wurden in Elberfeld 56 (darunter Lyonel Feiningers Gemälde „Schären-Kreuzer“ und Pablo Picassos „Akrobat und junger Harlekin“), in Barmen 83 Werke der modernen Malerei sowie zahlreiche grafische Blätter beschlagnahmt. Viele Werke aus dem Besitz des Barmer Kunstvereins wurden ihren Stiftern zurückgegeben, ebenso die Leihgaben der Familie von der Heydt, um sie vor dem Zugriff der Nazis zu schützen.

1937

Der Bankier Eduard Freiherr von der Heydt (1882-1964), Sohn von August und Selma von der Heydt, seit 1926 auf dem Monte Verità bei Ascona ansässig, überließ dem Museum eine bedeutende Sammlung indonesischer Textilien. Teile davon waren bereits 1905 in einer Ausstellung des Städtischen Museums Elberfeld gezeigt worden.

1943

wurden Teile der Museumssammlung ausgelagert in mehreren Transporten von Elberfeld auf die Festung Ehrenbreitstein. Im Mai 1943 brannte die Ruhmeshalle Barmen aus und mit ihr wertvolle Restbestände im Kellerdepot. Beim Bombenangriff auf Elberfeld am 25. Juni 1943 wurde das Museum schwer beschädigt, das zweite Obergeschoss völlig zerstört. Von der Ecke Wall/Turmhof blieben nur die Außenmauern übrig.

Die im Haus der Familie Von der Heydt am Kerstenplatz aufbewahrte Kunstsammlung verbrannte. Bei der Explosion eines Spritfasses wurde der gesamte Inhalt eines Depots in Köln-Mülheim und damit der dort ausgelagerte Teil der keramischen Sammlung des Museums zerstört.

1943

Zerstörung der „Ruhmeshalle“ durch einen Bombenangriff. Viele Werke fallen den Flammen zum Opfer. Gemälde, die unversehrt blieben, gingen an den Barmer Kunst- und den Elberfelder Museumsverein.

1945

fanden bereits im Dezember wieder Ausstellungen und Vorträge im Museum statt. Durch Initiative der Geschäftsleute wurde das Erdgeschoss wiederhergerichtet. Am 5. September 1950 wurden instandgesetzte Ausstellungssäle im Obergeschoss wiedereröffnet. Ausstellungen des Museums fanden bis 1953 auch im „Studio für Neue Kunst“ im Haus des Architekten Heinz Rasch am Döppersberg 24 statt. Die Aufbruchsstimmung nach dem Krieg führte 1946 zum Zusammenschluss der beiden Kunstvereine – dem Barmer Kunstverein und dem Elberfelder Museumsverein – zum Kunst- und Museumsverein Wuppertal. Als Nachfolger von Dr. Viktor Dirksen wurde Dr. Harald Seiler 1952 neuer Museumsdirektor (bis 1962).

1950

erste Ausstellungen in der Barmer Kunsthalle. Mitte 1953 Einrichtung eines „Studio für Neue Kunst“ in der Ruhmeshalle, das 1955 aufgrund anstehender Renovierungsarbeiten geschlossen wurde.

1952

erste Schenkungen von Eduard von der Heydt an das Museum, darunter zahlreiche Niederländer, überwiegend jedoch Gemälde und Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts. Aus Dankbarkeit gegenüber seinen großen Stiftern August und Eduard von der Heydt wurde das Museum 1961 in „Von der Heydt-Museum“ umbenannt.

1958

Abschluss des Wiederaufbaus der Ruhmeshalle in veränderter Form. Eröffnet wurden die Räume mit der Ausstellung „Moderne Kunst in Wuppertaler Privatbesitz“. Zahlreiche Wechselausstellungen des Museums fanden fortan in Barmen statt.

1962

wurde Dr. Günter Aust Museumsdirektor (bis 1985) als Nachfolger von Dr. Harald Seiler.

1964

Nach dem Tod Eduard von der Heydts erhielt das Museum seinen Nachlass der Werke europäischer Kunst, darunter bedeutende Beispiele von Edgar Degas, Paul Cézanne, Auguste Renoir, Claude Monet, Vincent van Gogh, Georges Seurat und Pablo Picasso. Aus den Geldmitteln der Eduard von der Heydt-Stiftung kann das Museum bis heute Kunstwerke erwerben.

1985

Dr. Sabine Fehlemann übernahm das Amt der Museumsleitung (bis 2006). Nach 20-jährigen erfolglosen Um- und Neubaugedanken beschloss der Rat im Juni 1985 eine großzügige Umbaulösung für das Museum am alten Standort. Die Durchführung über-nahmen die Kölner Architekten Peter Busmann und Dr. Godfrid Haberer. Durch Überbauung des Innenhofs gewann das Museum zusätzlich Nutzfläche. In der Umbauzeit gingen Teile der Sammlung auf große Welttournee.

1985

Die ehemalige „Ruhmeshalle“, mittlerweile als „Haus der Jugend“ bekannt, wurde unter Denkmalschutz gestellt.

1990

Am 25. März offizielle Wiedereröffnung des Museums im Beisein von Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth und Ministerpräsident Dr. h.c. Johannes Rau.

2006

Amtsantritt von Dr. Gerhard Finckh (bis 2019). Große Ausstellungen zum französischen Impressionismus wurden realisiert, der überregionale Ruf des Museums ausgebaut.

2007

Erneut wurden Umbaumaßnahmen erforderlich: Lüftungsanlage und Brandschutz wurden auf den neuesten Stand gebracht, eine energetische Sanierung umgesetzt, ein Anbau, in der sich die Stadtbibliothek befand, wurde entfernt und alle Räume der Kunsthalle erhielten neue Lichtdecken.

2011

Nach Abschluss der Umbauarbeiten wurden die Räume, jetzt unter dem Namen Von der Heydt Kunsthalle, durch Dr. Gerhard Finckh wiedereröffnet.

2013

Der Kooperationsvertrag zwischen der gemeinnützigen Von der Heydt-Museum gGmbH und der Stadt wurde besiegelt. Nur so ist es der Stadt möglich, trotz angespannter Haushaltslage das Museum zu erhalten und auszubauen. Der jeweilig amtierende Museumsdirektor ist Geschäftsführer der gGmbH.

2020

Amtsantritt Dr. Roland Mönig als Museumsdirektor.

2020

wurden die Räume der Kunsthalle, die seit der Nachkriegszeit als Dependance des Von der Heydt Museums dienten, in die Verantwortung der Stadt Wuppertal übergeben. Der Kunst- und Museumsverein behält jedoch das Recht, dort Ausstellungen zu realisieren.

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