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Brücke und Blauer Reiter digital

Frau mit Handy steht vor einem Bild

mit dem Smartphone durch die Ausstellung

17. Dezember 2021 |
Henrike Stein – Kunstvermittlung

Mit dem Smartphone Kunst erkunden. Das mag für den einen oder die andere komisch klingen, aber für mich ist es etwas ganz Normales. Ich besuche kein Museum ohne mein Smartphone, um (wenn erlaubt) eigene Fotos zu machen oder mir darüber Infos anzuschauen. Beinahe täglich scrolle ich durch Instagram und schaue mir Contents, Bilder und Ausstellungen anderer Museen aus Deutschland und der Welt an. Natürlich offenbart dies auch ein zugegebenermaßen bedenkliches Smartphone- und Bildschirm-Verhalten, aber für mich ist diese Form des Kunsterlebnisses nicht mehr wegzudenken. Ich sehe und lerne Dinge aus der Kunst- und Museumswelt, von denen ich ohne Smartphone wahrscheinlich nichts gewusst hätte. Natürlich bietet das Originalkunstwerk eine ganz eigene und einzigartige Erfahrung, die ich als Kunsthistorikerin an dieser Stelle auch auf keinen Fall schmälern möchte, aber auch mit dem Smartphone ist Kunstgenuss möglich! Dieses Nutzer:innenverhalten trifft nicht nur auf mich, sondern auf viele (kunstinteressierte) Personen zu. Das Smartphone ist für Menschen verschiedenen Alters ein so wichtiger Teil des Lebens (geworden), dass wir es auch bei unseren Angeboten der Kunstvermittlung stärker mit aufnehmen. Wie können wir als Museum also das Smartphone nutzen, um die Ausstellung zu präsentieren und die Inhalte besser zu vermitteln? Was kann man bei einem Gang mit dem Smartphone durch die Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ entdecken?

Audioguide

Zur Ausstellung haben wir erneut einen Audioguide erstellt, der wieder aus dem Museum heraus über QR-Codes mit dem eigenen Smartphone und Kopfhörern angehört werden kann. Wie zuvor auch war es uns sehr wichtig, die Tonspuren direkt über unsere Website zur Verfügung zu stellen, damit unsere Besucher:innen nicht nur in der Ausstellung, sondern auch von zuhause den Beschreibungen lauschen können. Die Auswahl der beschriebenen Werke lag übrigens beim Kurator Roland Mönig. Aus all den hochkarätigen Gemälden und Grafiken der Ausstellung 18 auszuwählen, war mit Sicherheit nicht leicht! Vertreten sind beinahe alle Protagonist:innen der Künstlergruppen wie Ernst Ludwig Kirchner, Gabriele Münter oder Wassily Kandinsky. Nachdem die Ko-Kuratorin Anna Storm und die Kolleginnen der Kunstvermittlung, Julia Dürbeck, Karolina Bürger und ich, die Inhalte für die Audioguides geschrieben hatten, sprachen unsere freien Mitarbeiter:innen Andreas M. Wiese und Hella Nocke-Schrepper die Texte ein. Beide haben bereits bei unseren vorherigen Audioguides mitgewirkt und sich in dem Bereich professionalisiert, vielleicht erkennt der eine oder die andere ihre Stimmen. Während die internen Abläufe also mittlerweile routiniert sind, ist das fehlende WLAN im Museum aus Gründen des Denkmalschutzes immer wieder eine Herausforderung. Wir hoffen also, dass die mobilen Daten unserer Besucher:innen stärker sind als die Mauern unseres Gebäudes!
Bild von Handy vor Bild

Webseite „Netzwerk der Moderne“

Ein weiteres digitales Angebot ist die ausstellungsbegleitende Webseite „Netzwerk der Moderne“, auf der die Künstlergruppen Brücke und Blauer Reiter und ihre verschiedenen Akteur:innen präsentiert werden. Das „Netzwerk der Moderne“ ist in unserem schönen neuen Website-Design umgesetzt worden, hebt sich aber durch die Hintergrundfarben blau und orange merklich ab. Das war auch das Ziel, denn die Seite ist als eigene digitale Story zur Ausstellung konzipiert. Anhand von Adverbien wie MITEINANDER oder DAHINTER zeigen wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Künstlergruppen und wichtige Personen des expressionistischen Netzwerkes, wie zum Beispiel die immer noch unbekannteren und unterschätzten Frauen. Gerade dieser Aspekt war uns besonders wichtig, weshalb wir die Seite auch um Kunstwerke erweitert haben, die nicht in der Ausstellung zu sehen sind, beispielsweise um ein Porträt der Kunsthistorikerin und Sammlerin Rosa Schapire oder um ein Werk von Maria Marc. Die Webseite „Netzwerk der Moderne“ bietet einen tollen Überblick über die Ausstellung und kann somit auch gut von zuhause angesehen und entdeckt werden.
Jurgen Vermaire in der Ausstellung

Social Media

Unter dem Hashtag #BrückeundBlauerReiter zeigen wir schon seit Wochen bei Facebook und Instagram ausgewählte Inhalte der Ausstellung und geben Einblicke zum Beispiel in den Aufbau, die Pressekonferenz oder die Vernissage. So steigt die Vorfreude, bei unseren Follower:innen und auch bei uns. Viele Besucher:innen der Ausstellung teilen ihre selbst gemachten kreativen Ausstellungsfotos in den Sozialen Medien, was uns besonders freut! Doch zu dieser besonderen Ausstellung haben wir auch etwas Neues ausprobiert: Zum ersten Mal kooperieren wir mit einem Kunst-Influencer! Der Niederländer Jurgen Vermaire betreibt als Kunsthistoriker und Kunstvermittler den Kanal Lets_talk_about_art und zeigt seinen 118.000 Follower:innen ausgewählte Ausstellungen und Museen aus der ganzen Welt! Jurgen war nun auch zum ersten Mal zu Besuch in Wuppertal, und es war eine Freude, ihn bei uns zu haben! Ich kenne seinen Account bereits seit einigen Jahren und war immer sehr neidisch auf Jurgens Arbeit. Unterschiedlichste Museen in verschiedenen Ländern Europas und Amerikas zu besuchen, einen besonderen Einblick in die Ausstellungen zu erhalten, Fotos zu machen und danach darüber zu berichten, kommt mir wie ein Traumjob vor! In Wuppertal war Jurgen noch nie, daher war es umso aufregender, als er am Tag der Pressekonferenz die Ausstellung besucht hat. Jurgen ist nicht nur sehr sympathisch, sondern auch ein interessanter Gesprächspartner, der sich in der Museumswelt bestens auskennt. Er selbst bezeichnet sich übrigens weder als Influencer noch sieht er seine Arbeit bei Instagram als Traumjob an. Seit neun Jahren fast täglich zu posten und eine so immense Follower:innenzahl aufzubauen ist tatsächlich harte Arbeit! Das sieht man auch an seinen Beiträgen zur Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“: Seine Stories sind optisch schön gestaltet sowie inhaltlich detailliert. So gibt Jurgen einen tollen Einblick in die Schau, der zudem sehr authentisch wirkt. Über Lets_talk_about_art erreicht unsere Ausstellung nun auch internationale Follower:innen, die so teilweise zum ersten Mal auf uns aufmerksam werden. Für uns ist dieses Influencer-Marketing eine ganz neue Methode, die bislang sehr erfolgreich ist. Über 2.800 Menschen haben Jurgens Post zur Ausstellung geliket – und im Januar geht es weiter!

Das sind nur drei Möglichkeiten, die Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ mit dem Smartphone zu erkunden. Welches Angebot auch immer für den/die einzelne interessant ist, das Wichtigste ist, das eigene Smartphone ins Museum mitzubringen!

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