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Otto Mueller

Selbstbildnis mit Pentagramm

Leimfarben auf Juteleinen

120 x 75,5 cm

Erworben 1976 als Vermächtnis von Klaus Gebhard, München.

Kunst zum Hören

Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, 1922 Annette Quast

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Titel:Selbstbildnis mit Pentagramm
Künstler:in:Otto Mueller
Entstehungszeit:1922
Objektart:Gemälde
Material und Technik:Leimfarben auf Juteleinen
Inventarnummer:G 1329
Otto Mueller (1874-1930) hatte sich 1910 der expressionistischen Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ angeschlossen. „Die sinnliche Harmonie des Lebens mit seinem Werk machte Mueller zu einem selbstverständlichen Mitglied von 'Brücke'“, schrieb Kirchner 1912 in der „Brücke“-Chronik. Die „sinnliche Harmonie“, von der Kirchner sprach, zeigt sich deutlich in Muellers Darstellungen von weiblichen Akten und Liebespaaren in der Natur. Mit größter Selbstverständlichkeit bringen seine Bilder die von den „Brücke“-Künstlern angestrebte Natürlichkeit und Freiheit zum Ausdruck. Doch in diese Harmonie mischt sich eine elegische Stimmung, manchmal auch ein Hauch von Melancholie, als Hinweis auf die unerfüllbare Sehnsucht einer Rückkehr ins verlorene Paradies. Zur gedämpften Stimmung seiner Bilder trägt auch die verhaltene Wirkung der von Mueller verwendeten Leimfarben auf rauem Juteleinen bei.
Im „Selbstbildnis mit Pentagramm“ tritt uns Otto Mueller als bohemienhafte Erscheinung, mit offenem Hemd, eine Pfeife in der rechten Hand haltend, während er die Linke in der Hosentasche vergraben hat, entgegen. Magische Symbole, wie das an einer Kette um den Hals getragene Pentagramm und das im Bild oben links eingezeichnete Amulett, deuten sein Interesse an okkultem Wissen an. Der Rot-Grün-Kontrast des Hintergrunds verstärkt die mystische Atmosphäre durch ein gedämpftes Licht. Eine exotische und geheimnisvolle Aura umgibt die Gestalt von Otto Mueller, der seine künstlerische Kraft aus einer existenziellen Naturverbundenheit schöpfte. Bald nach Entstehung dieses Selbstbildnisses begab Mueller sich in Regionen außerhalb der modernen Zivilisation. Auf der Suche nach ursprünglicheren Lebensformen begann er ab 1924 die Länder Südosteuropas (Dalmatien, Ungarn, Rumänen und Bulgarien) zu bereisen, wo er neue thematische Anregungen anfand.

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