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Gustave Courbet

Felsenküste bei Étretat

Öl auf Leinwand

93 x 114 cm

Schenkung 1908 der Ehepaare Julius Schmits und Johann Friedrich Wolff.

Kunst zum Hören

Gustave Courbet, Felsenküste bei Étretat, 1869 Andreas M. Wiese

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Titel:Felsenküste bei Étretat
Künstler:in:Gustave Courbet
Entstehungszeit:1869
Objektart:Gemälde
Material und Technik:Öl auf Leinwand
Inventarnummer:G 0115
Die an der normannischen Küste gelegene Ortschaft Étretat mit ihren eindrucksvollen Felsformationen hat seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine Vielzahl von Malern angezogen, unter ihnen Horace Vernet, Eugène Isabey, Eugène Delacroix, Claude Monet und später Henri Matisse und Georges Braque. Auch Courbet (1819-1877) ließ sich während seines Aufenthalts in der Normandie im Sommer 1869 dieses berühmte Bildmotiv nicht entgehen und schuf zahlreiche Ansichten des Felsenbogens „Porte d’Aval“. Die wohl berühmteste Fassung ist das 1870 im Salon ausgestellte Bild, das sich heute im Musée du Louvre befindet.
Für beide Fassungen wählte Courbet einen Standort am Ufer. Von hier aus nahm er zunächst den unbelebten Strand in den Blick, der formal und farblich zu der eindrucksvollen Felsformation überleitet. Gegenüber dem Pariser Bild ist auf der Wuppertaler Fassung der Aspekt des Unberührten und des Rohen noch gesteigert. Der engere Bildausschnitt und die Beschränkung auf nur ein Boot suggerieren die Ursprünglichkeit dieser Naturformation. Auch die strahlend heitere Atmosphäre des wahrscheinlich nur wenig früheren Bildes im Louvre ist durch eine gedämpfte Helligkeit ersetzt.

Die Idee vieler Landschaften Courbets ist eine Naturdarstellung, die sich der menschlichen Vereinnahmung entzieht. In einem 1864 datierten Brief an Victor Hugo vergleicht er dessen Wohnort auf der Felseninsel Guernsey mit den Felsenwänden von Ornans. In seinen Augen zeigten beide das Schauspiel einer ursprünglichen Natur, die den Menschen innerlich zur Ruhe kommen lassen. Eine solche Selbsterfahrung, die Aufrichtung einer Persönlichkeit angesichts der unendlichen Natur, ist ein romantisches Erbe der Aufklärung, das immer wieder zur Darstellung des sinnenden Menschen am Rande von Steilküsten und Felsengrüften geführt hat. Damit nahm er eine gegenteilige Haltung gegenüber seinen Zeitgenossen ein, die die Natur zum eigenen Ruhm und Reichtum zu bezwingen suchten. 1869 wurde etwa der von Frankreich erbaute Suezkanal eröffnet.

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