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Mädchen mit Pfingstrosen

Alexej von Jawlensky

Mädchen mit Pfingstrosen

Öl auf Pappe

101 x 75 cm

Schenkung 1910 von Adolf Erbslöh und Wladimir Georgiewitsch von Bechtejeff an den Kunstverein Barmen

Kunst zum Hören

Alexej von Jawlensky, Mädchen mit Pfingstrosen, 1909 Dr. Philipp Horst

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Titel:Mädchen mit Pfingstrosen
Künstler:in:Alexej von Jawlensky
Entstehungszeit:1909
Objektart:Gemälde
Material und Technik:Öl auf Pappe
Inventarnummer:KMV 12
Alexej von Jawlensky (1864-1941) war nach Akademiekursen in St. Petersburg und nach Studienjahren im Kreis des russischen Realisten Ilja Repin 1896 nach München übergesiedelt, wo er schon früh mit Kandinsky und Münter zusammentraf und später auch gemeinschaftlich mit ihnen arbeitete. Die entscheidenden künstlerischen Impulse erhielt er aber während seiner Aufenthalte 1903 - 07 in Paris, wo er mit der Kunst der Fauvisten, vor allem mit Matisse, in Berührung kam.
Die Auseinandersetzung mit der gesteigerten Farbbehandlung der Fauves wird auch in Jawlenskys „Mädchen mit Pfingstrosen“ sichtbar. Hinterfangen von einem grellen, türkisgrünen Hintergrund erscheint die Halbfigur eines Mädchens, vermutlich das häufiger dargestellte Modell Resi aus München. Die plastische Erscheinung der Gestalt tritt zugunsten einer starken Flächenwirkung der Farbe zurück. Eingefasst von breiten, schwarzen Konturlinien bestimmt das kräftige Rot der Jacke, des auffälligen Hutes und des Blumenstraußes die Komposition. Ohne Rücksicht auf die spezielle Beschaffenheit der Kleidung versah er ihren gesamten Oberkörper mit kleinen blauen Punkten, deren Farbe im Hut wiederkehrt. Das Gesicht ist als einziges Detail ansatzweise modelliert. Zu dieser Zeit hatte Jawlensky bereits begonnen, nur noch leichte Schatten zu setzen, um bald darauf die Gesichtsflächen vollständig in leuchtende Farbfelder aufzulösen. Der stille, in sich gekehrte Ausdruck der jungen Frau bildet einen wunderbaren Kontrast zur expressiven Farbgebung.
Nachdem Jawlenskys „Mädchen mit Pfingstrosen“ schon im Jahr seiner Entstehung in einer Ausstellung der „Neuen Künstlervereinigung München“ zu sehen war, war es 1910 eines der Hauptwerke der Sonderbund-Ausstellung in Düsseldorf. Kurz darauf schenkten Adolf Erbslöh, der mit Jawlensky befreundet war, und Wladimir Bechtejeff es dem Barmer Kunstverein. Dies war ein geschickter Schachzug der Künstler und des damaligen Vorsitzenden des Vereins Richart Reiche, denn gegen ein Geschenk konnten die Kritiker, die den Farbexplosionen der Expressionisten mit Empören begegneten, nichts einwenden.

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